das südliche Gallien
und Pyrenäum zur Römerzeit
Pyrenaeum, die Region rund um die Pyrenäen am Mittelmeer,
bzw. am damaligen Gallischen Golf, dem heutigen Golf du Lion


Narbonne


Wahrscheinlich vorher schon keltisch besiedelt, wurde der Ort unter Cäsar um 50 v. Chr. Winterquartier während der Gallienkriege (X. Legion). Um 45 v. Chr. wird „Julia Narbo Martius“ auf dem alten Standort neu gegründet.

Landmarken der Region:

Colonia Narbo Martius = Narbonne (Stadtgott Mars)
Ruscino/Perpignan
Illeberris/Helena/Elna/Elne
Ticis = Fluss Tet
Tellis/Tecum = Fluss Tech
Vernodubrum – Fluss Var
Portius Veneris = Port Vendres?
Etang de Sales/Fluss Sordus

3 große Inseln werden im Norden Hispanias erwähnt (Könnten die Islas Medas/Illes Medes vor L'Estartit sein)

Auf einem Kap soll es ein Aphrodite-Heiligtum gegeben haben; vielleicht bei Coullioure (Hafen von Elne) oder vielleicht auf dem Cabo de Cruz/Cap Creus?

Bei Cervaria (Cerberes?) soll es einen Tempel der Venus (dies beansprucht auch Port Vendres) gegeben haben.

In Amelie-Les-Bains/L’Aquae Calidae gab es schon zur Römerzeit Thermen

Die via domitia wird in ihrer heutigen Fassung in N-Süd-Richtung ausgebaut.

Bau des großen Horreums (3 Flügel in U-Form) an der via domitia oder am „cardo maximus“, Magazine und Lager.

      
Unter Augustus wird das Capitol sogar aus italienischem Carrara-Marmor errichtet. Unter Vespasian kommt das Amphitheater im Osten der Stadt hinzu, in der Nähe der Tempel, der dem Kaiserkult dient.

Das Forum wird vom Tempel der Trinität beherrscht.

In der Nähe des Forums (Innenstadt) gab es wohl einen großen Mercatus, einen Großhandelsmarkt oder Warenbörse und einen Macellum/Markt für Einzelhandel, sowie Lagerhäuser für verschiedene Produkte. Nachgewiesen isind z.B. kandierte Früchte aus Tarraco/Tarragona und Honig aus Catalunya.


Die "Mall" von Narbonne




Es wurde mit Salzfischen und Fischsossen gehandelt (aus Empuries?) Unterschiedliche Weinamphorenmarken sind nachgewiesen von:

Volteilius et Mevius aus Tarraco
Usulenus Veiento
und aus Sizilien

Importe/Exporte wurden über Toulouse/Tolosa und die Garonne bis Britannien gehandelt.

Narbonne ist Ende des 2. Jahrhunderts abgebrannt und wurde unter Antonius le Pieux wieder in aller Pracht aufgebaut. Um 200 n. Chr ist Narbo martius Handelszentrum für Wein und Keramikprodukte/Terra sigillatia aus Italien nach Westen nach Aquitanien/Tolosa/Bordeaux. Mittlerweile konkurriert der einheimische narbonnenser Wein mit dem Importwein aus Tarraco.  Massenimporte von Wein aus Italien und Spanien, Export von Waren aus dem Languedoc und Aquitanien. Später auch Importe von Keramik, Wein und Marmor aus Afrika. Aus den Corbieresbergzügen wird Eisen gewonnen und exportiert.

Narbonne ist Etappenhafen für die Handelsschiffe. Ein Flusshafen direkt bei Narbonne, das am Ende einer großen Lagune liegt, ist nicht nachgewiesen.
Evtl. wird die Ware am Strand von den Seeschiffen auf Etang-Inseln ausgeladen und mit Flachbooten/Lagunenschiffen über den Etang transportiert. Nur im Etang des Bages ist bisher eine Hafenanlage nachgewiesen. Ein echter Hafen ist jedoch bei La-Nautique, am ehemaligen Aude-Delta nachgewiesen. Hafenkai aus Holz und Hafengebäude.
Wegen der ständig wechselnden Küstenlinie gibt es wahrscheinlich Bedarfsanleger ohne schwere Kaibefestigungen. Hier wahrscheinlich auch Stützpunkte für die Anwohner und Arbeiter von den Domänen im Hinterland. Vielleicht wurden die einlaufenden Schiffe durch Fahnenzeichen der jeweiligen Handelshäuser zu den richtigen Anlegestellen gelotst.


Nekropole


Grabstein mit Acanthusrose

Natürlich waren die Handelshäuser und die Gebäude der Reichen mit Fliesen und Mosaiken ausgestattet.





Ambrosia-Mosaik

Thermenbau um 230-250.

Um 275-280 wurde Stadt wegen der Franken- und Alemannenangriffen mit einer Stadtmauer geschützt.
In der Spätantike verliert Narbonne seine Rechte und wird in die Provinz Languedoc integriert.

Das Christentum nimmt verstärkt Einfluss.
Um 390 gibt es eine christliche Basilika
412 Eroberung durch die Westgoten.
Ataulf heiratet Galla Placida, die Schwester von Honorius
462 wird Narbonne unter Theoderich westgotisch und wird komplett christianisiert
719 geht Narbonne unter den Araberangriffen unter und verliert jeden Einfluss, der aber nach
759 Rückeroberung durch die Franzosen wieder auflebt.