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Marsal liegt so ziemlich in
der Mitte Lothringens, auf dem Weg von Strassburg
nach Metz. Aber auch die Anbindung nach Nancy,
Dijon und ins Saarland funktionierte sehr gut.
![]() Blau - die
Süsswasserquelle. Da dort heute eine
Kapelle steht, kann man mit ziemlicher
Sicherheit annehmen, dass dort in
keltischer und römischer Zeit ein
Quellheiligtum stand.
Rot - die
Villenstandorte
![]() Cote St. Jean mit Gutshof, in der Antike nicht viel anders Schon die Kelten gewannen in Marsal (ca. 55 Km südöstlich von Metz) aus dem salzgesättigten Flüsschen Seille/Salia Salz. ![]() Saliafluss mit
angegrabenen Salztümpeln, Feuerstellen und
Briquetagestationen. Es muss eine Hölle gewesen sein, zwischen
all den sumpfigen Entnahmestellen aus dem Fluss,
den Dampfschwaden der Briquetage-Stationen oder
später den großen Metallwannen, aus denen das
Salz gewonnen wurde, zu arbeiten.
Der Landschaftsgeologie
folgend, die eine Welle nach der anderen
schlägt, führt heute wie damals die Straße nach
Metz. Muss für Ochsengespanne und
Pferdekutschen etwas anstrengend gewesen sein.
![]() Die Ortsdurchfahrt von Delme sah damals wohl nur etwas gallorömischer aus. Marsal selbst liegt an der
Verbindungsstraße zwischen Straßburg über Morville-les-Vics und
Salival nach Metz. Auf halbem Weg nach Metz liegt Solgne,
das vermutlich als Übernachtungsort für den
Salzhandel genutzt wurde.
Bei Solgne und rund um Marsal auf den Hügeln fanden sich mehrere Römervillen, vermutlich von den Pächtern der Salinen. Auf dem Marsaller Hügel, der Cote St. Jean (310 m Höhe) entspringt eine der wenigen Süsswasserquellen der Region, deshalb lag unterhalb wohl auch hier eine römische Villa ![]() ![]() Von dort geht es abwärts nach Marosallum
Marsal hat auch ein Museum, das leider geschlossen war, als wir spontan vorbeikamen. ![]() Keine Ahnung, welche Fundstücke dort gezeigt werden. Wir haben aber im Museum von Metz einiges gefunden. Ich kann einen
Metzbesuch unbedingt empfehlen. Das Museum steht
auf der römischen Therme, die im Untergeschoss
zu finden ist.
Es gibt viele Funde aus der Region zu bestaunen. Und nicht zuletzt fährt man aus der Stadt heraus und besucht den noch sehr gut erhaltenen Aquädukt von Jouy. Ich bin ja kein Kirchengänger, aber die Kathedrale steht - natürlich- auf dem ehemaligen römischen Haupttempel und die Glasfenster sind einfach sensationell schön. In Tonkisten mit Gittereinsätzen, zwischen denen kegelförmige Tongefäße mit Sole erhitzt wurden, verdampfte man das salzhaltige Wasser zu kegelförmigen Barren. Das Salz wurde auf einer 10 Km langen Strecke zwischen Salonnes und Marsal gewonnen. Die Grössten finden sich bei Moyenvic und Vic-sur-Seille. ![]() So sieht die
Salzgewinnung der Kelten aus. Man steckte einen
Korb aus Ton"stecken" zusammen über Kreuz. Das
Gitter stellte man auf ein Feuer und füllte die
darin eingehängten, kegelförmigen Tonbehälter
mit dem Wasser der Seille. Immer wieder wurde
nachgefüllt, bis der konische Behälter voll war
mit dem getrockneten Salz.
Meistens gingen sowohl die Tonkörbe, vor allem auch die Becher kaputt, wenn man die Salzkegel herausschlug. Weil das unglaublich viel Müll verursachte, liegen an der Straße viele Hügel, die inwendig nur aus dem Tonmüll von damals bestehen. Wer sich vorstellen will, wie diese Salzstücke aussahen, kann sich vielleicht an die Zuckerkegel für eine Feuerzangenbowle erinnern: ![]() Die Form liess sich auch prima - gegenläufig gestapelt - transportieren. Nach
der Eroberung Galliens gewannen die Römer
das Salz in großem Stil. In flachen,
genieteten Bleiblechpfannen (rechteckig,
flach, große Fläche) wurde die Sole auf
Trägergestellen über Feuerstellen bei
60-80 Grad eingedampft. Der
Salzniederschlag wurde mit langen Rechen
aufgelockert und weiter in den Pfannen
getrocknet.
Allerdings gaben die auch bald auf, als die Tranportwege und Handelsverbindugen nach Gallien schnell besser wurden und das billigere Meersalz vom Mittelmeer importiert wurde. Tarquimpol
Auf dem uralten Weg von
Metz nach Strassburg lag DIE keltisch-römische
Haupt-Tempelanlage der Region -
Tarquimpol/Decempagi. Heutzutage alles im Etang
de Lindre versunken. Einer der Handlungsplätze meines Tuff-
und Toga-Romanes.
Der Ort liegt an der alten Römerstraße von Metz nach Straßburg, war in der Römerzeit als Decempagi (10 Gaue) bekannt und ist unter diesem Namen in der Tabula Peutingeriana eingetragen. Er hatte damals eines der
größten Amphitheater in den nördlichen römischen
Provinzen, das bei einem Durchmesser von 115 m
ungefähr 12.000 Zuschauern Platz bot; diese
Anlage ist restlos verschwunden und wurde erst
im Jahre 1981 auf Luftaufnahmen wiederentdeckt. Auf den Zufahrtsstraßen standen
früher endlos viele Weihesteine und kleine
Tempelchen, die von den Gläubigen dort
aufgestellt wurden, um erfüllte Gelübde zu
dokumentieren. Anhand der oft als Zeitstellung
genannten Konsulnnamen kann man erkennen, wann
sie aufgestellt wurden. ![]() Der kleine Ort rechts auf der Landzunge ist alles, was aus der Kelten- und Römerzeit übriggeblieben ist. Das meiste ist im See versunken. ![]() Nur noch der höchste Stadthügel steht noch und darauf natürlich die Kirche. ![]() Wobei man ziemlich
sicher sein kann, dass - wie überall - die
Kirchen auf uralten keltischen/römischen
Heiligtümern stehen.
![]() Wir fragten damals
einen Bauer, der grad vor seiner "Hütte"
stand, wo man denn noch etwas aus der Zeit
finden könnte. Und da ich ihn auf Französisch
fragte, antwortete er mir ganz freundlich auf
Deutsch, dass man dort überall etwas findet,
würde man nur das Straßenpflaster irgendwo
aufmachen.
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