Die
Region, die die Römer als Gallien (Gallia belgica)
bezeichneten, war das Siedlungsgebiet der
europäischen Bevölkerung westlich des Rheins von der
Nordsee bis zu den Pyrenäen und den Alpen. Neuere
Forschungen weisen darauf hin, dass kein zentrales
Staatsgefüge oder Staatsorgan existierte, sondern
die Menschen in regionalen Stammeszugehörigkeiten,
bzw. Gauen lebten, die von Fürsten/Häuptlingen,
meist aus einer Kriegerkaste, geführt wurden. Die
Funde zeigen aber, dass es eine gemeinsame
Kulturbasis vom Atlantik bis nach Osteuropa gab. Man
kann annehmen, dass die geistige Führung, die
Geschichte und besondere Kenntnisse, z. B. der
Astronomie, des Kalenders und medizinische
Kenntnisse um Heilkräuter von einer geistigen
Elitekaste, von uns heute Druiden genannt,
ausgeführt wurde. Man kann sich denken, dass die
Druiden als politische Berater oder selbst als
Fürsten fungierten.![]() Ein typisches Gelände für eine verteidigbare Höhensiedlung, bzw. Oppidum ![]() Modellansicht für ein bebautes Terrain ![]() Die keltische Mauerkonstruktion aus Holzgerüst und Stein Da die Kelten anscheinend keine eigenen schriftliche Überlieferung kannten, könnte es sein, dass - ähnlich - wie in Afrika, die Historie und das Kulturwissen in auswendig gelernten Texten oder Gesängen weiter gegeben wurden. Schon während der Romanisierung wurden wohl die geistigen Führer des Volkes gejagt, um die Wurzeln der keltischen Kultur zu untergraben und die Romanisierung zu vereinfachen. Die Ausbreitung des Christentums und die Verfolgung des "Heiden"tums in der Spätantike, hat wohl auch den letzten Rest der keltischen Kulturüberlieferungen ausgemerzt. Nur steinerne Zeugen, Gräber und Grabbeigaben, antike Bergwerke und Werkstätten zeugen vom hohen Kultur- und Handwerksvermögen der keltischen Kultur.
![]() keltische Häuser
(Bliesbrück-Reinheim)
keltischer Backofen
![]() keltische
Goldmünze
Die
historisch den "Kelten" zuordenbare Periode beginnt so
etwa ab 800 vC in der Eisenzeit Nutzung der
Kultanlage/Kalenderkreis am heutigen Goloring; dort
sind archäologisch begrabene Gräberfelder und
Großhügelgrabbauten zu finden. Um den Goloring herum
sind zu dieser Zeit größere Siedlungsverbände im
Umfeld nachgewiesen. (Literaturverweise
für
die astronomische Ausrichtung des Golorings zu den
alten Feiertagen/astronomischen Fixdaten unter Vermutlich
gab es auf dem Karmelenberg (direkt auf der anderen
Seite der heutigen Landstrasse) bis 300 vC
(Latènezeit) einen Adelssitz.
keltische Religion
während der römischen Herrschaft
Heiligtum der Treverer-Kelten in Trier im
oberen, stadtseitigen Hang des heutigen Martberges
im gallo-römischen Stil
Natürlich wurde der Altar zu Ehren des Kaiserhauses - für Mars (der hier vor Ort am Marsberg als heilender und zur Fruchtbarkeit verhelfender Gott auftritt), die keltische Göttin Ancamna (wahrscheinlich in ähnlicher Funktion) und dem Schutzgeist des Unterbezirkes Vilcias errichtet und zwar von Gaius Serotinius Iustus, der damit ein Gelübde erfüllte. Eine weitere Inschrift besagt, dass die Sitzbank restauriert wurde: Zu Ehren des vergöttlichten Kaiserhauses hat Bittius Benignius Acceptus für den Gott Intarabus (die Sitzbank) wiederhergestellt. An allen kultischen Standorten der Spätantike im gallischen Raum tauchen die römischen Götter in Kombi mit dem entsprechenden keltisch zuständigen Göttern/Göttinnen auf. Zum Beispiel Merkur mit Rosmertha oder Epona, Mars mit Lennus, Apollo mit Syrona, etc. Man hatte vorchristlich anscheinend kein Problem mit dem göttlichen Nebeneinander für die gleiche Aufgabe. Man dachte bestimmt: Doppelt genäht, hält besser. Keltenfeiertage 01. Februar – Imbolc/Maria Lichtmess/keltischer Frühlingsbeginn Symbole: Kerze, Herdfeuer Das Kerzenfest ist der Tag der Wiedergeburt des Lichts. Er ist auch bekannt als "Lichtmess", was bedeutet, dass man wieder ohne Kerzen leben kann, man kann das (künstliche) Licht wieder "missen". Es ist der Herrschaftsantritt der weißen, jungfräulichen Göttin, die auch in der griechischen Artemis wiederzufinden ist. Ihre Pflanze, die Artemisia, besser bekannt als Beifuß, zählt schon seit der Antike zu einer der wichtigsten Hexenpflanzen. Mit ihr wurde die Wohnstube von den Geistern der langen dunklen Winterzeit gereinigt. Zu Imbolc, dem Fest des beginnenden Lichts, wird die Göttin mit einem Freudenfeuer begrüßt. Ebenso wird vielerorts eine brennende Kerze von Haus zu Haus getragen, um das Feuer der Brigid, der Göttin der Inspiration und des Lebens, ins Haus zu tragen. Es wird auch gerne orakelt, was das zukünftige Jahr bringen wird. Zeitgleich startet das Faschingstreiben, bei dem die letzten Geister des Winters quasi hinfort gelacht werden. 14. Februar / Valentinstag – Vali: Fest der
Familie, Vali (Sohn Odins) gilt als Beschützer der
Familie und Verkünder des sich nähernden Frühlings und
Ostaras
Vali verschießt Lichtstrahlen / Lichtpfeile und gilt somit auch als Liebesgott, Fest der Liebe.
Am 21.
März, dem Frühlingsanfang sind Tag und Nacht gleich
lang. Ab dem 22. März werden die Tage schnell wieder
länger. Die Sonne siegt über die Dunkelheit – der
Sommer über den Frühling. Wartet man nun noch auf den
darauf folgenden Vollmond, um auch dem Mond seinen
Tribut zu zollen, feiert man das Fest zwischen dem 22.
März und dem 25. April, je nachdem, auf welches Datum
der Frühlingsvollmond fällt.
01.05. Feuerfest
Beltaine Beltaine =
leuchtendes Feuer = Feuer des Lichtgottes Belenos
(Bal, Baldur),
Heute fällt
Pfingsten meist in diesen Kalenderbereich –
Frühlingsthing:
21.06. – Litha
- Sommersonnwende/Johannisnacht Das Fest ist aber auch nach Juno benannt, der römischen Göttin der Fruchtbarkeit und Namensgeberin des Monats Juni. Sie wird gerne in Liebesangelegenheiten um Hilfe gebeten. Mittsommerkräuter wie z. B. Johanniskraut, Lavendel und Margeriten werden in dieser magischen Nacht der Göttin geweiht. Auch heute werden dazu noch große Feuer entzündet - auch heute noch, nur christlich überdeckt als Johannesfeuer. Früher glaubten die Menschen auch, dass in der kürzesten Nacht des Jahres die Götter auf die Erde kommen. Die Menschen tanzten um die Sonnwendfeuer, pflückten Heilkräuter und warfen sie in die Flammen. Girlanden aus Efeu, Johanniskraut, Schafgarbe und Wegerich sollten - um die Haustür gewunden - vor bösen Geistern schützen.
Höhepunkt: Nacht zum 1. August Fest der Fruchtbarkeit und Ernte Symbole: Sichel, Brot und Weizen Das erste der ursprünglich drei Erntedankfeste, Festtag von, Lugh des keltischen Gottes des Lichts mit druidischer Weisheit.
Dieses Fest wird auch zu Ehren der großen Erdenmutter gefeiert. Bereits unsere Ahnen haben sie um reiche Ernte und um Schutz gegen Unglück, Unwetter oder Schädlinge angefleht. Kräuterfrauen nutzen die Tage um Lughnasad zum Sammeln der Heilkräuter, die sich besonders in diesen Tagen in voller Pracht und Kraft zeigen. Lugh wurde christlich mit Luzifer identifiziert und Lughnasad wurde zum Tag Luzifers und seines Sturzes in die Hölle, - somit christlich nicht als Feiertag sondern als Unglückstag ausgewiesen. Die Lughnasad-Bräuche wurden auf andere Erntefeste übertragen.
31. Juli -
nach alter Kalendereinteilung der Sommeranfang 21.-23. September 01.10. Haust - drittes
Erntedankfest
31.10/01.11
- Samhain/Allerheiligen, Ende, bzw. Beginn des
keltischen Jahres, Fest der Toten Der Zusammenhang zwischen heidnischem und christlichem Gedankengut besteht auch im Glauben der Kelten, dass an diesem Abend die Geister der Toten wieder ihre irdischen Wohnstätten aufsuchten. Aus diesem Grund lag es auch nahe, dass die katholische Kirche, als Allerheiligen 835 offiziell von Papst Gregor IV. eingeführt wurde, den 1. November wählte, weil es der damaligen Kirchenpolitik entsprach, demonstrativ heidnische durch christliche Verehrungsformen und Festtage zu ersetzen.
Gedenken an die Helden, die in Kriegen gefallen sind, Gedanken um für Frieden und Freiheit zu kämpfen oder zu verteidigen, heute Martinstag und Volkstrauertag sowie Totensonntag 21.12. - Yule
Wintersonnwende, alle Häuser wurden mit Tannen oder
Mistelgrün geschmuckt Die Rückkehr des Lichts ist aufs Engste mit der symbolischen Wiedergeburt Baldurs, des Lichtgottes der nordischen Mythologie, verbunden. Baldur ist der Sohn des germanischen Götterkönigs Odin und dessen Gattin Frigg. Als seine Mutter träumte, dass sein Leben bedroht sei, entlockte sie den Kräften und Wesen der Natur den Schwur, Baldur kein Leid anzutun, vergaß dabei jedoch die Mistel. Der hinterhältige Riese Loki legte dem blinden Zwillingsbruder Baldurs einen Mistelzweig als Pfeil in die Hand und ließ ihn damit auf Baldur zielen. Baldur stürzte mit durchbohrtem Herz tot zu Boden... Fest zur Wintersonnenwende, die Sonne hat den südlichen Wendekreis erreicht, die längste Nacht des Jahres. Jul ist die weihevolle Nacht = Weihnachten, in der auch Baldur wiedergeboren wird, (Parallelen zum christlichen Weihnachtsfest sind unverkennbar, siehe auch Geburt Sols und Mithras), der Mistelzwei, der Baldur den Tod brachte, wird jetzt zum Heilssymbol, Licht und Wärme wird wieder kommen (viele Kerzenlichter), der Lichterbaum als immergrüner Weltenbaum, Familienfest mit Gabentausch, das 13 Tage dauert – die erste Nacht des Julfestes und 12 weitere Tage, die stellvertretend für zwölf Monate des Jahres stehen (heute: 24.12. bis 6.1.). Ende und Beginn – Tod und Wiedergeburt verschmelzen miteinander. Saturn, der Herr der Kälte und des Eises, tritt gemeinsam mit Percht oder Hel, der Göttin des Todes und der Unterwelt, seine Herrschaft an. Mit dieser Nacht beginnen auch die Raunächte, in denen Wotan mit seinem Gefolge - zu dem Geister, Hexen und Wölfe zählen - in "wilder Jagd" durch die Lüfte prescht. 25.12. - 1.
Tag nach der Wintersonnwende, an dem man mit blossem
Auge feststellen kann, dass die Sonne wieder früher
auf- und später untergeht.
Die
keltischen Naturheiligtümer wie Felsen, Bäume,
Grotten, vor allem Quellen wurden später teilweise
zunächst vom Mithraskult überbaut, später christlich
"begraben". Die meisten uralten Weihestätten, egal ob
keltisch, germanisch, römisch und griechisch wurden
überbaut, weil sich das Volk einfach nicht davon
abhalten liess, an diesen uralten heiligen Orten ihre
alten Götter und Göttinnen zu verehren. Also hat man
sie einfach umgewidmet. So stehen denn heute die
grössten Kathedralen und die meisten Kapellen auf
ehemaligen Naturheiligtümern, insbesondere über
keltischen Quellheiligtümern (Chartres, Notre Dame,
Echternach, u. v. m.)
Das ganz normale Leben
Rennofenaufsatz
(Mainz), der Schornstein über einer Schmelzgrube
Um 380 vC
werden die Höhensiedlungen aufgegeben. Nicht nur in
Gallien, sondern in ganz West- bis Osteuropa. So ganz
ist dieses Phänomen noch nicht geklärt. Da es zu
dieser Zeit aber nachweislich eine klimatische
Verschlechterung in unseren Breiten gab, die
möglicherweise eine Ernährungskrise zur Folge hatte,
könnte dies ein Grund gewesen sein. Auch die
französischen Könige sind in der Französischen
Revolution eigentlich nur deshalb gestürzt worden,
weil sie in einer mehrjährigen Hungerkrise, die
während der europäischen "kleinen Eiszeit" stattfand,
nicht reagierte und dem Volk die Lagerbestände an
Getreide nicht ausgegeben hat. Vielleicht erging es den Fürsten und Religionsführeren in einer ähnlichen Krise genauso. Wahrscheinlich gab es eine oder mehrere Missernten. Keltische Bevölkerungsanteile mussten Auswandern, bzw. zu Eroberungszügen aufbrechen, um die Bevölkerung vorm Hungertod zu retten. Besonders bekannt sind die Eroberungszüge dieser Epoche nach Rom (-387) und Delphi (-279). Zu dieser Zeit werden Kelten im Mittelmeerraum als Söldner engagiert. Die
keltische Landwirtschaft basierte u. a. auf Erbsen,
Saubohnen, Weizen, Haselnüsse, Hirse, Gerste,
Leinsamen, Mohn (in Lössgebieten), auf Milch- und
Käsewirtschaft. Schwein, Rind, Schaf und Ziege wurden
gehalten und genutzt. Ab 200 vC sind die klimatischen Bedingungen wieder besser. Allerorten werden Oppida als Machtzentren gebildet, befestigten Städte auf Hügeln und Bergspornen (wieder) zur Bewachung der Handelswege und Handelsplätze errichtet. In dieser Phase beginnen die Kelten, eigene Münzen zu schlagen. Einige Oppida bestanden bis in die Spätantike. Zu dieser Zeit wird die berühmt-berüchtigte keltische Reiterei zum römischen Militärdienst verpflichtet. Da die Kelten - zumindest die Kriegerkaste, als mutige und der Ehre halber als höchst leichtsinnige Kämpfer galten, darf man annehmen, dass es auch untereinander oft zu Kampfhandlungen zwischen den Stämmen/Gauen kam.
Dann kam
Julius Caesar um 50 vC auf die Idee, vom heutigen
spanisch-französischen Katalonien aus Gallien zu
erobern. Er brauchte viel Geld und eigene Truppen, um
Rom für sich erobern zu können. Da kamen die reichen
gallischen Fürstentümer als Eroberungsziel gerade
recht. Da die Kelten wohl in Stammesorganisiationen,
bzw. in von Fürsten regierten pagi/Gauen organisiert
waren und sich bei jeder besseren Gelegenheit
vermutlich gegenseitig bekämpften oder zumindest
unterschiedliche politische Interessen verfolgten,
bekamen sie auch keine vereinte Streitmacht auf die
Beine, um Caesar genügend Widerstand bieten zu können.
Vielleicht ist dies auch der Grund dafür, dass -
ähnlich wie in Nordamerika während der Landnahme durch
die Europäer - die zerstrittenen Volksstämme keine
gemeinsame Strategie gegen die römische Eroberung
gefunden haben und ziemlich sang- und klanglos
überwältigt wurden. Alesia ist ein gutes Beispiel
dafür. Einige
Oppida wurden in römische Militärzentren, Burgi oder
Kastelle umorganisiert. Keltische Ansiedlungen werden
an den strategsich wichtigen Strassenkreuzungen und
Handelswegen übernommen, bzw. gleich daneben römisch
neu gegründet, wie Dijon oder 17 vC Augusta
treverorum/Trier oder Bliesbrück/Reinheim. (siehe
Seiten Trier und Bliesbrück/Reinheim) Wahrscheinlich gab es erstmals unter den keltischen Stämmen sozusagen einen Zwangsfrieden per römischer Militäraufsicht, der einer höheren Produktions- und Gewinnrate bestimmt dienlich war. Einige Karten zeigen die schon meist in keltischer Zeit bestehenden Verkehrswege, die von den Römern zum Teil optimiert, begradigt und ausgebaut wurden. |
![]() |
![]() Region zwischen Xanten und Metz |
![]() Südöstliche von Metz der Seille/Salia-Fluss und der Ort Marosallum/Marsal |
![]() Die Karte von Südfrankreich und der heutigen Costa Brava Kataloniens |
![]() Die Regionalkarte - Der Raum zwischen Mainz-Trier-Köln. |
Im Roman
vorkommende geographische Bezeichnungen in Gallien und in der Provinz Taragonensis: Antunnacum - Andernach am Rhein Ardinigo - Erden/Mosel Arelate - Arles/Provence/Südfrankreich Argentorate - Straßburg/Frankreich Augusta Treverorum - Trier Barcino - Barcelona Belginum - bei Wederath/Hunsrück Beda Vicus - Bitburg/Eifel Bertriacum - Bad Bertrich/Eifel Bingium - Bingen am Rhein Bodatius vicus - Vic-sur-Seille/Lothringen Bonna - Bonn am Rhein Bodobrica - Boppard am Rhein Burdigala - Bordeaux/Südwestfrankreich Cardena - (Treis-)Karden/Mosel Colonia Claudia Ara Agrippinensium - Köln am Rhein Confluentes - Koblenz am Rhein Decempagi (10 Gaue) - Tarquimpol/Lothringen/Frankreich Divio - Dijon/Frankreich Divodurum mediomatricorum - Metz/Lothringen Emporion - San Marti d'Empuries bei L'Escala/Costa Brava Hercynia Treveris - Hunsrück (Name nicht historisch überliefert) Illiberis/Helena ab 4. Jh. - Elne/Roussillion/SFrankreich Lugdunum - Lyon/Frankreich Magos - Mayen/Eifel Marosallum - Marsal/Lothringen Massalia - Marseille Narbomartius - Narbonne/Südfrankreich Mogontiacum - Mainz am Rhein Pons saravi - Saarburg Saravus vicus - Saarbrücken Regiomagus - Remagen am Rhein Rhodes - Rosas/Costa Brava Ruscino - Perpignan/Roussillon/Frankreich Sentiacum - Sinzig am Rhein Tarraco - Tarragona/Spanien Tolosa - Toulouse/Südfrankreich Túrissa - Tossa de Mar/Costa Brava Vosolvia - Oberwesel am Rhein Rhodanus - Rhone Rhenus - Rhein Mosella - Mosel Salarus Fluvis - Seille |
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Keltische Götter
in Lothringen: Jupiter wird auch gleichgesetzt mit Tanaris, das keltische Zeichen für den Gott ist das Rad mit 8 Speichen Jupiter Optimus Maximus Dolichenus – Baal v. Dulug – Kriegsgott Syriens/Gleichsetzung m. Jupiter Isis – Himmels/Auferstehungs-Fruchtbarkeitsgöttin aus Ägypten; straffe Kultorganisation wie Kirche, Isiskult, Isis/Magna-Mater-Tempel Mainz (Statuen beider Göttinen) Mithras – Lichtgott/Sonnengott (aus Persien) Matronae/Matres – Muttergottheiten für Segen, Wachstum, Fruchtbarkeit in vielerlei verschiedenen Aufgaben, Darstellung meist 2 ältere Frauen rechts und links einer Jüngeren, mit Haube, Umhang, Früchten im Schoß) große Verbreitung im römischen Reich Grannus – kelt. Wasser- und Heilgott (röm. Apollo) Aquae Granni = die Wasser des Grannus = Aachen Sirona – Quell- und Heilquellgöttin ist seine Begleiterin (Denkmal bei einer Quelle Nähe Bitburg) Sirona/Apollo/Hygeia – ein keltisch-römisches Dreiergespann von Quell- und Heilgöttern Apadeva – Wassergöttin (Köln) Icovellanuna - Quell-Heilgöttin Verandunus, zus. m. Inciona (Quellgöttin) bei Niederanven Victoria – Siegesgöttin, Altar von der Kölner Rheinflotte Vagdavercustis – germ. Göttin der Kriegskunst Sunuxsal – Stammesgöttin der Sunuces/Aachen Hercules Victori – Kulttag 12./13.August eine Art Heiland, Bezwinger von Unheil, auch Patron der Feldlazarette; wird insbesondere vom Militär und wegen seiner Kraft auch bei Steinbruch-, Straßen- und Hafenarbeitern verehrt. Vulcanus – Beschützer der Schmiede Sucellus (Gott des Todes und des Lebens) Bugius Degouexis Vosegus/Silvanus – Wald- und Jagdgott (Donon/Vogesen), in Verbindung mit röm. Cernunnos - bekannt über Felsrelief als geldspeiender Hirschgott und Jüngling mit Füllhorn (Jagd u. Fruchtbarkeit) Diana – Göttin der Wälder, der Tiere und der Jagd Artioni Biber – Wald- u. Bärengöttin (Menhire bei Echternach) Intrarabus – (Wald- Vegetation) Bacchus und Sucellus (Gott des Weinbaus und der Winzer) Vitis – weibl. Verkörperung der Rebe Artemis - Minerva – Göttin der Handwerker Nehalennia – germ. Göttin, Patronin des Schiffhandels und der Fruchtbarkeit/Köln Hekate - Wegegöttin Visucius Mercur/Cissonius (verkörpert Werte des Friedens und der höheren Kultur) und Rosmerta (die grosse Seherin, meist in Verbindung mit Merkur). Epona (Schutzgöttin der Reiter, Pferde-Züchter, Reisende) Vagdavercustis – einheimische Kölner Göttin Sabinus – Schutzgott der Vosugonen/Titelberg Surburo – Felsrelief mit Löwe und Stier (Treverer/Mediomatriker-Götter) |
Heiligtümer: viele Quellheiligtümer, Menhire, Naturschauplätze keltische Umgangstempel, später romanisiert in den typisch gallo-römischen Umgangstempel Mithras-Heiligtümer meist in Höhlen Der römische Götterhimmel hatte seine Ursprünge in der griechischen Überlieferung. Hera entsprach Juno, Jupiter dem Zeus, usw. Als die Römer Gallien übernahmen, waren sie - wie anderswo - so schlau, die religiösen Vorstellungen der unterlegenen Gebiete nicht zu unterdrücken, sondern den Kreis der vielfältigen Göttinnen und Götter in Überdeckung mit den römischen zu bekommen. So bekamen Jupiter eine Personalunion mit dem keltischen Tanaris, der wichtige keltische Wasser- und Heilgott eine Entsprechung mit Apollo und Mercur bekam in den meisten Fällen die keltische Rosmertha, als Kollegin für den Schutz von Handel und Kultur zur Seite. Die alten keltischen Kultorte und Tempel wurden nun für die Göttlichen aus beiden Kulturkreisen romanisiert und am gleichen Ort verehrt. Grannus/Apollo, Merkur/Rosmertha, Apollo/Sirona und Hygeia - ein Quell- und Heil-Dreiergespann, Lennus/Mars - ebenfalls in ihren Aufgaben als Heilbeauftragte. Wichtig war dem römischen Imperium, dass der Kaiserkult von allen vollzogen wurde, als Zeichen für die Anerkennung der römischen Herrschaft. Für diese Aufgabe gab es sogar spezielle Priesterkreise, und vor allem musste man für die Durchführung des Kultes KEINE römische Adelszugehörigkeit besitzen, sondern konnte z. B. als Gallier über diesen Kultdienst auch in der römischen Gesellschaft aufsteigen un wichtig sein. Die einzige Religion, die gegen diese Verehrung eines vergöttlichten Kaisers aufmuckte, war das Christentum, was es mit langer Verfolgung bezahlte, bis es zur Staatsreligion aufstieg. Und als dies gelungen war, begann die Verfolgung aller anderen Religionsäußerungen, egal ob keltisch oder Mithras- oder Isiskult. In Gallien wurden die Tempel niedergerissen und abgefackelt. Trotzdem blieben viele Menschen auf dem Land ihrer alten Religion lange verhaftet. So ist denn auch das Wort für einen gallischen Gaubewohner (pagus = Gau, Gaubewohner = pagane) zum Synonom für den ungläubigen Heiden geworden. Das Christentum setzte sich im gallischen Raum erst mit der merowingischen und fränkischen Herrschaft durch und wurde, jenseits des Rheins in Germanien, ab Karl dem Großen blutig mit dem Schwert durchgesetzt. Da die "Heiden" sich von ihren Kultorten nicht ohne Weiteres abbringen ließen, überbaute das Christentum schliesslich die alten Quellheiligtümer und Kultorte mit Kapellen, Kirchen und Kathedralen. So sind die Fundamente der Krypta z. B. in Echternach vor ein paar Jahren geöffnet worden, so dass man das alte Quellheiligtum sogar wieder besichtigen kann. Religion findet also immer wieder und immer noch an ursprünglich "heidnischen" Kultorten statt, nur die Bauten und die Rituale haben sich geändert. Eine umfassende Berichterstattung über die Religion im römischen Reich ist auf einer separaten Seite zu finden. LINK |
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